Das zweite US-Arbeitsvisum unter den Nicht-Einwanderungsvisas ist das H-2 Visum. Das H-2 Visum ist für zwei Arten von Arbeitnehmern vorgesehen:

  • Zeitweilige landwirtschaftliche Arbeiter mit dem H-2A-Visum
  • Nichtlandwirtschaftliche Leiharbeitnehmer mit dem H-2B Visum

Das H-2A Visum ist für Personen bestimmt, die vorübergehende oder saisonale landwirtschaftliche Arbeit leisten. Saisonal bedeutet, dass die Arbeit innerhalb eines bestimmten Zeitraums stattfindet oder von bestimmten Ereignissen markiert wird. Vorübergehend bedeutet, dass die Arbeit innerhalb eines Jahres beendet ist.

Auf dieser Grundlage dürfen Arbeitgeber in den USA, die eine Landwirtschaft, ein landwirtschaftliches Unternehmen oder eine landwirtschaftliche Kooperation besitzen, ausländische Hilfskräfte anstellen. Diese Landarbeiter helfen den Arbeitgebern eine bestimmte Zeit lang bei landwirtschaftlichen Arbeiten.

Es gibt keine Obergrenze für die H-2A-Visa. Das bedeutet, dass jeder, der das Visum beantragt und bewilligt bekommen hat, in den USA arbeiten kann und dass es keine Beschränkungen bezüglich der Anzahl von Menschen gibt, die in derartiger Arbeit angestellt werden können.

Wer kann ein H-2A Visum beantragen?

Die Nutznießer des H-2A Visums sind US-Landwirte und ausländische Angestellte. Jeder US-amerikanische Landwirt, der zusätzliche Arbeiter braucht, kann die H-2A Visa-Abwicklung für ausländische Arbeiter initiieren. Dabei sollten die folgenden Kriterien erfüllt werden:

  • Bei den angebotenen Stellen sollte es sich um vorübergehende und saisonale landwirtschaftliche Arbeit handeln.
  • Der Arbeitgeber sollte belegen können, dass US-amerikanische Arbeiter an diesen Stellen kein Interesse haben, oder für diese nicht geeignet, qualifiziert oder verfügbar sind.
  • Er sollte belegen können, dass die Anstellung ausländischer Arbeiter das Gehalt und die Arbeitsbedingungen von US-Angestellten in derselben Branche nicht negativ beeinflussen wird.
  • Die notwendigen Dokumente und Petitionen sollten vorbereitet sein.

Zusätzlich zu den Arbeitgebern gibt es auch Bedingungen für die Angestellten. Die Voraussetzungen, um sich als Arbeitnehmer für ein H-2A Visum zu qualifizieren, sind:

  • Man muss eine Stelle bei einem US-Arbeitgeber finden, der vorübergehende landwirtschaftliche Arbeit anbietet.
  • Der Arbeitnehmer muss seine Absicht belegen, nach Ablauf des Visums in sein Heimatland zurückzukehren.
  • Er muss einer bestimmten Staatsangehörigkeit zugehören. Nicht alle Landarbeiter aus allen Ländern können zum Arbeiten in die USA kommen. Das Heimatschutzministerium (Department of Homeland Security, DHS) hat eine Reihe von Ländern festgelegt, aus denen H-2A-Arbeiter angestellt werden können. Diese Länder sind nachfolgend aufgeführt.
Andorra

Argentinien

Australien

Österreich

Barbados

Belgien

Belize

Brasilien

Brunei

Bulgarien

Kanada

Chile

Kolumbien

Costa Rica

Kroatien

Tschechische Republik

Dänemark

Dominikanische Republik

Ecuador

El Salvador

Estland

Äthiopien

Fidschi

Finnland

Frankreich

Deutschland

Griechenland

Grenada

Guatemala

Haiti

Honduras

Ungarn

Island

Irland

Israel

Italien

Jamaika

Japan

Kiribati

Lettland

Lichtenstein

Litauen

Luxemburg

Mazedonien

Madagaskar

Malta

Moldawien

Mexiko

Monako

Montenegro

Nauru

Niederlande

Nikaragua

Neuseeland

Norwegen

Panama

Papua Neu-Guinea

Peru

Philippinen

Polen

Portugal

Rumänien

Samoa

San Marino

Serbien

Singapur

Slowakei

Slowenien

Solomon-Inseln

Südafrika

Südkorea

Spanien

St.Vincent und die Grenadinen

Schweden

Schweiz

Taiwan*

Thailand

Timor-Leste

Tonga

Türkei

Tuvalu

Ukraine

Vereinigtes Königreich

Uruguay

Vanuatu

 

Wenn ein US-Arbeitgeber jedoch einen Landarbeiter aus einem Land anstellen möchte, das sich nicht auf dieser Liste befindet, muss er einige Verfahren einleiten, wie zum Beispiel:

  • Eine schriftliche Anfrage an das Heimatschutzministerium schicken
  • Den ausländischen Arbeiter nach Namen, Geburtsdatum, Geburtsland und Staatsbürgerschaft identifizieren
  • Belege einreichen, dass die USA davon profitieren, den Arbeitern ein H-2A Visum auszustellen

Das Heimatschutzministerium wird das Ansuchen bearbeiten und die Liste gegebenenfalls um dieses Land erweitern, wenn es zu dem Schluss gekommen ist, dass es im Interesse der Vereinigten Staaten ist, diesen Arbeiter im Land zu haben.

Es wird US-Arbeitgebern empfohlen, zwei Ansuchen einzureichen, wenn sie verschiedene Arbeiter aus Ländern einstellen wollen, die einmal auf der Liste sind und einmal nicht. Der Grund dafür ist, dass die Bearbeitungszeit kürzer ausfällt, wenn die Arbeiter in zwei Gruppen unterteilt sind.

Was sind die Voraussetzungen für H-2A Arbeitgeber?

Arbeitgeber, die ausländische Arbeiter für die vorübergehende und saisonale landwirtschaftliche Arbeit einstellen wollen, müssen zwei Schritte befolgen:

  • Sich eine Bescheinigung vom Arbeitsministerium (Department of Labor, DOL) besorgen
  • Eine Petition an USCIS (United States Citizenship and Immigration Services) senden
  • Die Anforderungen des Arbeitsministeriums erfüllen

Wenn alles von den jeweiligen Behörden genehmigt wird, kann der Antragsteller oder Angestellte den Visumantrag einleiten. Wenn die Bescheinigung und Petition andererseits abgelehnt werden, kann der Angestellte kein H-2A Visum bekommen und ist nicht berechtigt, in die Vereinigten Staaten einzureisen und dort zu arbeiten.

Bescheinigung vom Arbeitsministerium (DOL)

Der erste Schritt für die Erlaubnis, H-2A Arbeiter für landwirtschaftliche Zwecke einzustellen, ist, sich die Bescheinigungen vom US-Arbeitsministerium zu besorgen. Dies kann durch die Einreichung der folgenden Formulare erfolgen:

  • Formular ETA-790 – Ansuchen um eine Agrar- und Lebensmittelverarbeitungsgenehmigung (Stellenangebot)
  • Formular ETA-9142A – Arbeitsbescheinigung für Ausländer

Das Formular ETA-790 sollte beim bundesstaatlichen Arbeitsamt eingereicht werden, wo es 60 bis 75 Tage vor dem Bedarf an ausländischen Landarbeitern bearbeitet wird. Dieses Formular sollte zusammen mit dem ETA-9142A an das Chicago National Processing Center (NPC) eingereicht werden. Die Einreichung sollte zirka 45 Tage vor dem Bedarf an Angestellten erfolgen.

Diese Formulare müssen eingereicht werden, damit das Arbeitsministerium überprüfen kann, warum der US-Arbeitgeber ausländische Angestellte anheuern möchte. Das Ministerium möchte wissen, dass der Arbeitgeber erstens keine US-amerikanischen Arbeiter finden konnte, die die Arbeit erledigen hätten können. Und zweitens, dass die Arbeiter die Gehälter von US-amerikanischen Angestellten nicht beeinträchtigen werden.

Die Bescheinigung wird vom Chicago NPC bearbeitet und dem Arbeitgeber wird 30 Tage vor dem Bedarf an den Angestellten eine Entscheidung mitgeteilt. Wenn das Arbeitsministerium die Vorübergehende Arbeitsbescheinigung (Temporary Labor Certification) genehmigt, kann der Arbeitgeber dann zum nächsten Schritt übergehen.

Eine Petition an USCIS einreichen

Der zweite Schritt besteht darin, die US-Regierung um die Genehmigung zu bitten, ausländische Arbeitnehmer in einem US-Unternehmen einstellen zu dürfen. Dies geschieht durch die Einreichung von Formular I-129 an USCIS. Das Formular wird vom Arbeitgeber eingereicht und eine Gebühr von $460 dafür bezahlt. Arbeitgeber sollten für jeden Arbeiter, den sie anstellen möchten, ein Formular I-129 einreichen.

Das I-129 wird von USCIS überprüft und dem Arbeitgeber wird eine Antwort übermittelt. Wenn USCIS die Petition genehmigt hat, gibt es ein Formular I-797 aus, was bedeutet, dass der Angestellte den Antrag für das H-2A Visum stellen kann und in den USA arbeiten darf.

Die Anforderungen des Arbeitsministeriums erfüllen

Das Arbeitsministerium hat noch mehr Anforderungen an die Arbeitgeber, damit sie ausländische Arbeitnehmer einstellen können. Der Arbeitgeber muss Folgendes belegen:

Bemühungen zur Personalbeschaffung

Der Arbeitgeber muss dem DOL nachweisen, dass er sich bemüht hat, US-Arbeiter einzustellen.  Das könnte durch die Ausschreibung der Stelle in Zeitungen, Fernsehen, Radio und anderen Medien erfolgen. Weiters muss der Arbeitgeber belegen, dass jeder US-amerikanische Bewerber in Betracht gezogen wurde. Es müssen auch Gründe vorliegen, warum diese Bewerber abgelehnt wurden.

Faire Bezahlung von ausländischen Arbeitskräften

US-Arbeitgeber müssen ausländischen Arbeitnehmern den gleichen Lohnsatz zahlen wie US-amerikanischen Arbeitern. Der Lohn sollte entweder dem bundesstaatlichen oder staatlichen Mindestlohn entsprechen, oder aber der sogenannten Adverse Effect Wage Rate (AEWR) oder dem vorherrschenden Lohnsatz entsprechen– je nachdem, welcher Lohnsatz am höchsten ist.   Es wird Arbeitgebern empfohlen, das Arbeitsministerium bezüglich der passenden Lohnrate zu konsultieren.

Unterkunft bereitgestellt

Wenn ausländische Arbeitnehmer an einem abgelegenen Ort arbeiten, der weit von ihrem Wohnsitz entfernt ist und sie nicht am selben Tag nach Hause zurückkehren können, ist der Arbeitgeber dafür verantwortlich, sie mit Wohnraum zu versorgen. Die Unterkunft wird kontrolliert und sollte den Standards der Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzbehörde (Occupational Safety and Health Administration, OSHA) entsprechen.

Mahlzeiten geboten

US-Arbeitgeber sollten ausländischen Arbeitern entweder drei Mahlzeiten pro Tag anbieten oder Kochstellen am Arbeitsplatz haben, wo die Angestellten selbst kochen können. Wenn Arbeitgeber die Mahlzeiten stellen, dürfen sie diese den Arbeitern verrechnen und die Summe von deren Lohn abziehen.

Transportmittel zur Verfügung gestellt

In diesen Fällen muss der Arbeitgeber auch Transportmittel für die Arbeiter zur Verfügung stellen:

  • Nachdem 50% des Arbeitsvertrags abgeschlossen sind, muss der US-Arbeitgeber alle etwaig angefallenen Transportkosten des Angestellten zurückerstatten.
  • Wenn der Arbeitgeber eine Unterkunft zur Verfügung stellt, ist er auch dafür verantwortlich, den Transport vom Wohnort zum Arbeitsplatz zu gewährleisten.
  • Wenn der Arbeitnehmer nach Ablauf des Vertrages an den Ort seiner Anwerbung zurückkehrt, ist der Arbeitgeber auch dafür verantwortlich, die wirtschaftlichen Kosten des Rücktransportes zu übernehmen. Der Arbeitgeber haftet für solche Kosten aber nicht unbedingt, wenn der Arbeitnehmer nicht an den Ort seiner Anwerbung zurückkehrt, weil er eine andere Stelle hat.
  • Falls der Arbeitgeber den ausländischen Arbeitern Transportmittel zur Verfügung stellt, sollte er dieselben Bedingungen auch für US-amerikanische Arbeiter schaffen.

Was sind die Voraussetzungen für H-2A Angestellte?

Nachdem der Arbeitgeber bewiesen hat, dass alle notwendigen Voraussetzungen für die Einstellung von ausländischen Arbeitern gegeben sind und er die Bewilligungen vom Arbeitsministerium und USCIS erhalten hat, kann der Angestellte seinen Visumantrag stellen. Die Anträge werden von der US-Botschaft bearbeitet, bei der der Angestellte ansucht. Dies ist die Vorgehensweise:

  • Füllen Sie das DS-160 Formular online aus
  • Bezahlen Sie die Visumantragsgebühr von $190
  • Machen Sie einen Visum-Interviewtermin aus
  • Erscheinen Sie zu diesem Interview mit den folgenden Dokumenten:
    • Quittung für Formular DS-160
    • Formulare I-129 und I-797, um die USCIS-Bewilligung zu belegen
    • Ihr Reisepass
    • Ein Foto, das den Digitalen Bildvorgaben entspricht
    • Dokumente, die Ihre Absicht belegen, nach Ablauf des Visums in Ihr Heimatland zurückzukehren, wie zum Beispiel eine Immobilienurkunde, ein Wohnungsmietvertrag oder ein Schreiben von Ihrem Arbeitgeber, das besagt, dass Sie nach Ihrer Rückkehr wieder eingestellt werden.
    • Dokumente für Ihre Familienmitglieder, wenn diese Sie begleiten
  • Wenn Ihr Visumantrag genehmigt wird, suchen Sie um einen Visastempel an
  • Wenn diese Verfahren alle gut gehen, haben Sie am Schluss ein H-2A Visum für die USA, mit dem Sie vorübergehend in den Vereinigten Staaten arbeiten können.

Wie lange dauert die Bearbeitungszeit für H-2A Visa?

Die Bearbeitungszeiten für H-2A Visa variieren, da es eine Saisonalität gibt – manchmal kann es länger dauern. US-Arbeitgebern wird allerdings empfohlen, die USCIS-Petitionen mindestens 60 und maximal 120 Tage vor dem Bedarf an ausländischen Arbeitskräften einzureichen.

Die US-Regierung gibt H-2A Visas Vorrang und beschleunigt den Prozess, weil die landwirtschaftliche Arbeit saisonal ist.

Wie lange ist ein H-2A Visum gültig?

Da H-2A Visa für die vorübergehende landwirtschaftliche Arbeit bestimmt sind, gelten sie 1 Jahr. Das heißt, dass der Angestellte nach einem Jahr in sein Herkunftsland zurückkehren muss.  Wenn die Arbeit aber noch nicht abgeschlossen ist und der Arbeitgeber den Angestellten braucht oder dieser einen anderen Arbeitgeber findet, kann das H-2A Visum verlängert werden.

Verlängerungen werden in einjährigen Schritten durchgeführt und die Gesamtzeit, die ein H-2 Visumsinhaber in den Vereinigten Staaten bleiben kann, beträgt drei Jahre. Das bedeutet, dass das H-2A Visum zweimal verlängert werden kann. Nach diesen drei Jahren müssen die H-2A Arbeiter in ihr Heimatland zurückkehren und dort für eine ununterbrochene Zeit von 3 Monaten bleiben, bevor sie berechtigt sind, das Visum erneut zu beantragen.

Ist es möglich, den Status eines H-2A Visums zu ändern?

Wenn Sie eine Stelle gefunden haben, die nicht als vorübergehende und saisonale landwirtschaftliche Arbeit gilt und eine andere Art von Visum erfordert, dann können Sie Ihren Status ändern. Wenn Sie zum Beispiel eine Stelle gefunden haben, die ein H-1B erfordert, dann muss Ihr Arbeitgeber das Verfahren für ein H-1B Visum einleiten.

Außerdem gilt, wenn Sie einen neuen Arbeitgeber für ein H-2A Visum finden, muss der Arbeitgeber die Bescheinigung vom Arbeitsministerium besorgen und ein neues Formular I-129 einreichen. Danach können Sie beginnen, für ihn zu arbeiten.

Viele ausländische Arbeiter fragen sich auch, ob sie sich für eine Green Card bewerben können, wenn sie ein H-2A Visum haben. Die Antwort ist ja. H-2A Visumsinhaber können sich für unterschiedliche Arten von Green Cards bewerben, je nachdem, ob es sich um eine beschäftigungsbasierte oder familienbasierte Green Card handelt.

Warum könnte die US-Botschaft mein H-2A Visum verweigern?

Die Gründe, warum die US-Botschaft ein H-2A-Visum ablehnen könnte, haben meist mit dem Arbeitgeber zu tun. Es kann passieren, weil:

  • Es gibt genügend US-amerikanische Arbeiter, die die Arbeit machen können.
  • Der Arbeitgeber hat die Bescheinigung und Petitionen nicht rechtzeitig eingereicht, weshalb er die Nichtverfügbarkeit von US-amerikanischen Arbeitern nicht nachweisen konnte.
  • Der Arbeitgeber hat sich nicht ausreichend bemüht, US-amerikanische Arbeitskräfte anzuwerben.
  • Der Arbeitgeber konnte oder wollte die Vorschriften bezüglich Aufwandsentschädigung, Mahlzeiten, Wohnraum und Transport nicht erfüllen.
  • Der Arbeitgeber hat bereits in der Vergangenheit die H-2A Bestimmungen verletzt.

Kann meine Familie bei einem H-2A-Visum mitkommen?

Der Ehepartner und Kinder unter 21 Jahren können den H-2A Visumsinhaber in die USA begleiten. Dafür müssen sie ein H-4 Visum beantragen. Mit dem H-4 Visum dürfen Angehörige nicht arbeiten. Nur Familienmitglieder von H-1 Visas dürfen unter bestimmten Umständen unter dem H-4 EAD Programm arbeiten.

Wenn das Visum des primären H-2A Inhabers verlängert wird, kann die Familie auch eine Verlängerung ihres H-4 Visums beantragen. Wenn die Familienmitglieder außerdem Arbeitsplätze finden, die H-2A Visa erfordern, können sie versuchen, ihren Status zu ändern. Dafür müssen ihre Arbeitgeber aber die notwendigen Schritte einleiten.