Das H-1 Visum ist eine Einreiseerlaubnis für Nicht-Immigranten, die damit legal in den USA arbeiten dürfen. Unter dieselbe Kategorie fällt das spezielle H-1B Visum, das sich an besondere Berufsgruppen richtet. Einwanderer, die mit diesem Visum nach Amerika kommen, haben höhere Bildungsabschlüsse und gute berufliche Qualifikationen. Das H-1B Visum ist das beliebteste der H-1 Visa.

Wer ein H-1B Visum erhält, der kann legal aber zeitlich begrenzt in den USA arbeiten. Der Bewerbungsprozess geht vom Arbeitgeber aus. Das bedeutet in der Praxis, dass Interessenten zunächst einen Arbeitgeber finden müssen, der die Beantragung bei der US-Regierung unterstützt. Eine detaillierte Beschreibung über den Bewerbungsprozess und alle relevanten Dokumente finden Sie im Artikel über das H-1B Visum.

Mit einem H-1B Visum können Einwanderer zeitweise in den USA für ein Unternehmen arbeiten. Unter Umständen wechselt der Arbeitgeber aber während des Aufenthaltes. Das kann unterschiedliche Gründe haben. Das H-1B Visum ist jedoch an den Arbeitgeber gebunden. Der Arbeitnehmer muss es daher in diesem Fall auf ein neues Unternehmen übertragen. Wie dieser Übertragungsprozess abläuft, erklärt dieser Artikel.

Was ist eine H-1B Übertragung?

Für maximal sechs Jahre dürfen ausländische Arbeitnehmer mit ihrem H-1B Visum in den Vereinigten Staaten arbeiten. Die Einwanderungsbehörde stellt das erste Visum zunächst für maximal drei Jahre aus. Bei Bedarf kann der Visumbesitzer eine Verlängerung beantragen. Vor Ort kommt es häufig vor, dass Arbeiter eine bessere Anstellung finden und ihren Arbeitgeber wechseln. Dann müssen Arbeitnehmer ihr Visum auf das neue Unternehmen übertragen.

Eine Übertragung des H-1B Visums ist dann relevant, wenn Sie in den USA zu einem neuen Unternehmen wechseln. Das neue Jobangebot kann nur annehmen, wer noch über ein gültiges H-1B Visum verfügt. Anschließend kann es für den Antragsteller der Übertragung mehrere Monate dauern, bis der Prozess vollständig abgeschlossen ist.

Ablauf der H-1B Übertragung

Der Ablauf der Übertragung ähnelt sehr der ersten Bewerbung für ein H-1B Visum. Allerdings gibt es bei der Übertragung keine maximale Anzahl an Visa, die die US-Regierung vergibt. Normalerweise erhalten jährlich höchstens 65.000 ein H-1B Visum. Diese Beschränkung umfasst keine Übertragungen. Wer also bereits ein H-1B Visum besitzt, muss nicht erneut an der Auslosung teilnehmen. Der Ablauf ist demnach etwas einfacher:

  1. Ein neues Jobangebot einholen

Zunächst muss ein Angebot eines neuen Unternehmens vorliegen. Wer noch nicht über ein Angebot verfügt, kann den Übertragungsprozess nicht beginnen.

  1. Der neue Arbeitgeber muss eine Bewerbung beim Arbeitsministerium einreichen

Ohne entsprechende Bescheinigung können amerikanische Unternehmen nicht einfach ausländische Mitarbeiter einstellen. Beim Arbeitsministerium erhalten sie einige Dokumente, wie beispielsweise das ETA9035E Formular. Darin versichert das Unternehmen ausländischen Bewerbern, dass es angemessene Löhne zahlt und die Mitarbeiter fair behandelt. Zudem garantiert das Unternehmen mit seiner Unterschrift gute Arbeitsbedingungen. Für die Regierung ist die Unterschrift ebenfalls wichtig, weil so sichergestellt wird, dass das Unternehmen nur legale Arbeitskräfte einstellt.

Ist dieser Schritt abgeschlossen, kann das Unternehmen die nächsten Dokumente beantragen.

  1. Antrag bei der Einwanderungsbehörde stellen

Für die Anstellung von ausländischen Mitarbeitern muss das Unternehmen eine Erlaubnis beantragen. Das geht mit dem Formular I-129. Die Einwanderungsbehörde prüft das Dokument und fällt daraufhin die Entscheidung zur Bestätigung oder Ablehnung des Antrags.

Während die Behörde den Antrag bearbeitet, erhalten Unternehmen und Arbeitnehmer eine Bearbeitungsnummer. Sobald beiden diese Nummer vorliegt, darf der Mitarbeiter in der neuen Position anfangen. Mit der Bestätigung des Antrags der Einwanderungsbehörde können beide Parteien nun Formular I-797 ausfüllen. Damit bestätigt der Arbeitnehmer, dass er legal in den USA für diesen Arbeitgeber arbeiten darf.

Zusätzlich beantragt das Unternehmen mit dem Formular I-9 die Bestätigung darüber, dass es zur Einstellung eines ausländischen Arbeitnehmers geeignet ist.

  1. Der Arbeitgeber zahlt die anfallenden Gebühren

Die anfallenden Kosten liegen in ähnlichen Bereichen wie bei der ursprünglichen Bewerbung für ein H-1B Visum. Da der Arbeitgeber einen Mitarbeiter einstellen möchte, muss das Unternehmen die entsprechenden Kosten tragen:

  • Bearbeitungskosten für I-129
  • Eine Gebühr im Rahmen des „American Competitiveness and Workforce Improvement Act“ zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen – für Unternehmen mit weniger als 25 Vollzeitmitarbeitern liegen die Kosten bei 750 $, für Unternehmen mit mehr als 25 Angestellten bei 1.500 $
  • Kosten für Betrugserkennungsmaßnahmen – für jeden ausländischen Arbeitnehmer fallen 500 $ an
  • Gebühren in punkto öffentliches Recht – 4.000 $ kostet es, wenn das Unternehmen mehr als 50 Mitarbeiter hat und davon die Hälfte mit einem H-1B oder L Visum in den USA sind
  • Für eine Premiumbearbeitung fallen zusätzliche 1.225 $ an und das Unternehmen muss Dokument I-907 einreichen
  1. Der Bewerber reicht folgende Dokumente bei der Einwanderungsbehörde ein:
    • Kopie des Jobangebots des Arbeitgebers
    • Kopie des Reisepasses
    • Kopie der H-1B Visabestätigung (Stempel)
    • Kopie des Dokumentes I-797
    • Kopie des Dokumentes I-94
    • Kopie des Sozialversicherungsausweises
    • Kopie der Qualifikationen (Abschlüsse und Zeugnisse)
    • Zwei oder drei der letzten Gehaltsabrechnungen
    • Kopie der Steuererklärung (falls notwendig)
    • Aktuellen Lebenslauf
    • Bei medizinischen Berufen einen Nachweis über die Lizenz

Da der Bewerber bereits ein H-1B Visum hat, muss er nicht den gesamten Bewerbungsprozess erneut durchlaufen. So kann er oder sie zum Beispiel auf das Ausfüllen von DS-160 verzichten. Lediglich die hier aufgeführten Dokumente benötigt die Einwanderungsbehörde. Zudem muss das aktuelle H-1B Visum noch gültig sein. Ist es abgelaufen, kann der Antragsteller sich nicht um eine Übertragung bemühen, sondern muss zunächst ein neues H-1B Visum beantragen.

Bearbeitungszeit für eine H-1B Übertragung

Für jeden einzelnen Bearbeitungsschritt ist ein bestimmter Zeitrahmen festgelegt. Die Behörde unterscheidet die folgenden drei wichtigen Schritte:

  • Bewerbung um Zertifizierung

Zunächst bewirbt sich der Arbeitgeber mit dem ETA9035 Formular um eine Zertifizierung des Arbeitsministeriums. Bis zum Erhalt dieses Schreibens können keine weiteren Schritte eingeleitet werden. Der Bearbeitungsvorgang bis zur finalen Bestätigung beträgt in der Regel sieben Arbeitstage.

  • Zusammenstellung und Sendung aller wichtigen Dokumente und Gebührenzahlungen

Sowohl Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmer müssen anschließend alle Dokumente herunterladen, ausfüllen und einreichen und alle anfallenden Gebühren bezahlen. Das kann bis zu zehn Tage in Anspruch nehmen.

  • Bearbeitungszeit für die H-1B Übertragung

Die Bearbeitungszeit für die Bewerbungsprüfung ist abhängig von der gewählten Methode. Normalerweise benötigt die Behörde für diesen Vorgang ein bis vier Monate, unabhängig davon, ob der Bescheid am Ende positiv oder negativ ausfällt.

Der Antragsteller kann den Prozess beschleunigen, indem er die Premiumbearbeitung auswählt. Die Kosten dafür liegen mit 1.225 $ jedoch relativ hoch. In diesem Fall dauert es lediglich 15 bis 30 Tage, bis der Kandidat eine Antwort auf seine Bewerbung erhält.

Ablehnung des H-1B Übertragungsantrages

In einigen Fällen lehnt die Einwanderungsbehörde eine Übertragung des H-1B Visums ab. In der Regel fragt sie allerdings vor einer endgültigen Absage weitere Dokumente an. Das bedeutet nicht, dass sie den Antrag ablehnt, sondern dass die Entscheidung noch nicht gefallen ist. Wer also die Anfrage nach weiteren Unterlagen erhält, muss sich zunächst keine Sorgen machen.

Je nach Fall kann die Behörde unterschiedliche Informationen verlangen. Meistens handelt es sich jedoch um eines der folgenden Dokumente:

  • Bildungsnachweise – der Arbeitnehmer muss nachweisen, dass er oder sie tatsächlich den Bildungsabschluss hat, der bei der Bewerbung angegeben ist. Das kann mithilfe von Zeugnissen oder Zertifizierungen geschehen.
  • Nachweis über die Eignung zur Ausübung eines speziellen Berufes – anhand von Arbeitszeugnissen, Trainingsbestätigungen oder Zertifizierungen muss der Antragsteller beweisen, dass er für den angegebenen Beruf geeignet ist.
  • Nachweis zur Seriosität der Arbeitgeber/Arbeitnehmerbeziehung – beide Parteien deklarieren, dass ihre Beziehung zueinander auf einem echten Jobangebot beruht und keine Täuschung ist, zum Beispiel mit einem Arbeitsvertrag.
  • Nachweis über Finanzen – das Unternehmen weist nach, dass es sich den neuen Angestellten leisten kann und eine Bezahlung sichergestellt ist.

Werden die Dokumente nachgereicht, so kann die Einwanderungsbehörde eine Entscheidung über den Antrag treffen. Was tun Sie jedoch, wenn dieser abgelehnt wird?

Wenn die Behörde den Antrag ablehnt, gibt sie dafür bestimmte Gründe an. Der Antragsteller kann sich mit diesen auseinandersetzen und einen erneuten Antrag stellen. Damit es schneller geht, wählen viele bei einem zweiten Antrag die Premiumbearbeitung. Häufige Ablehnungsgründe sind:

Kein Eingang der richtigen Gebühren

Die Bearbeitungsgebühren verändern sich regelmäßig. Da kann es sein, dass Unternehmen oder Antragsteller den falschen Betrag überweisen. Fehlt ein Teil des Geldes, wird die Einwanderungsbehörde den Antrag automatisch ablehnen.

Der Arbeitnehmer kann seine Eignung für den Beruf nicht nachweisen

Bei dem H-1B Visum handelt es sich um eine Arbeitserlaubnis für bestimmte Berufsgruppen. Wenn Sie sich für eine Übertragung bewerben, aber nicht nachweisen können, dass Sie für die neue Position geeignet sind, dann wird die Behörde Ihren Antrag ablehnen. Das kann zum Beispiel daran liegen, dass der Kandidat keinen entsprechenden Bildungsabschluss nachweist.

Ungenügender Nachweis über die Arbeitgeber/Arbeitnehmerbeziehung

Die Einwanderungsbehörde möchte sicherstellen, dass das Jobangebot keine Täuschung ist. Es muss eine Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vorliegen, die auf einem echten Angebot beruht. Ist das in den Augen der Behörde nicht der Fall, lehnt sie den Antrag ab. Damit das nicht passiert, achten Sie darauf, alle relevanten Dokumente einzureichen, insbesondere den Arbeitsvertrag. Der Vertrag muss detailliert und genau sein. Er sollte zum Beispiel eine Beschreibung der Position enthalten, die Verantwortlichkeiten aufführen, das Gehalt beschreiben und den Sitz des Unternehmens.

Der Arbeitgeber kann nicht nachweisen, dass er das Gehalt bezahlen kann 

Der Übertragungsantrag wird abgelehnt, wenn nicht ersichtlich ist, dass das Unternehmen das angegebene Gehalt bezahlen kann. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der Arbeitgeber alle Finanz- und Steuerdokumente einreicht, die die Behörde verlangt. So kann die Einwanderungsbehörde davon ausgehen, dass die finanzielle Situation dafür geeignet ist, jemanden aus dem Ausland einzustellen.

Abgesehen von diesen drei Gründen kann es noch andere Probleme mit dem Antrag geben:

  • Die Dokumente gehen bei der falschen Behörde ein
  • Der Arbeitgeber reicht nicht die richtigen Dokumente ein
  • Der Arbeitnehmer hat in den USA gegen das Gesetz verstoßen

Jeder dieser Gründe allein reicht für eine Ablehnung des Antrags aus. Achten Sie daher darauf, dass Sie wirklich alle relevanten Formulare fristgerecht an die korrekte Adresse schicken. So steht der Übertragung vom H-1B Visum nichts mehr im Wege.