Das H-1B Visum ist das beliebteste Visum für Nicht-Immigranten, die in die USA einreisen und dort arbeiten möchten. Es steht für einen guten Bildungsabschluss und ausgeprägtes Fachwissen des Visaempfängers und zeigt, dass dieser einen angesehen Beruf ausübt. Ein H-1B Visum ist in der Regel maximal für sechs Jahre gültig. Mit Ablauf dieses Zeitraums muss der Einwanderer die USA verlassen und in sein Heimatland zurückkehren. Dafür stehen ihm zehn Tage Spielraum zur Verfügung, in denen er die Heimreise regeln kann.

Viele, die mit einem H-1B Visum in die Vereinigten Staaten eingewandert sind, möchten allerdings länger bleiben als sechs Jahre. Dafür benötigen sie eine sogenannte Greencard, eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Durch den Erhalt des H-1B Visums stehen die Chancen auf eine Greencard gut. Einige der Voraussetzungen, die Antragsteller für eine Greencard erfüllen müssen, gelten nämlich bereits für das H-1B Visum und sind dementsprechend erfüllt.

Der Übergang vom H-1B Visum zur Greencard wird Transfer genannt oder beschäftigungsbasierte Greencard, da der Arbeitsplatz in den USA eine entscheidende Rolle bei der Vergabe spielt. Zudem gibt es noch andere Kategorien von Greencards:

  • Basierend auf Familienzugehörigkeit
  • Für politische Asylsuchende
  • Für Adoptierte
  • Für Flüchtlinge
  • Für mehr Vielfalt und Integration

Es dauert teilweise Monate oder gar Jahre, bis aus einem Antrag und einer Bewerbung eine beschäftigungsbasierte Greencard wird. Antragsteller müssen eine ganze Reihe von Schritten durchlaufen und einige bürokratische Hürden überwinden. Da der Prozess so komplex ist, vertrauen viele auf einen professionellen Anwalt. Mit dieser Hilfe können Bewerber einfacher die entsprechenden Fristen einhalten und alle relevanten Dokumente finden und richtig ausfüllen.

Drei wesentliche Schritte sind für den Erhalt einer Greencard notwendig, wenn der Antragsteller bereits über ein H-1B Visum verfügt:

  1. Einholen einer sogenannten PERM Labor Certification, einer Arbeitsbestätigung
  2. Ausfüllen des Antrags I-140 für ausländische Arbeitnehmer
  3. Ausfüllen des Antrags I-485 zur Änderung des Aufenthaltstatus

Da jeder Schritt das Einreichen einiger Dokumente erfordert und schnell kompliziert erscheinen kann, erklärt dieser Artikel alles Wichtige in den folgenden Abschnitten. So gelangen Sie erfolgreich und stressfrei zu Ihrer Greencard. Die wohl wichtigste Information gleich zu Beginn: Die Beantragung einer beschäftigungsbasierten Greencard muss vom amerikanischen Arbeitgeber ausgehen. Arbeitnehmer können von sich aus keine Greencard beantragen.

Aus diesem Grund ist es zunächst wichtig, dass der Antragsteller eine Anstellung in den USA findet und der Arbeitgeber bereitwillig den Bewerbungsprozess um eine Greencard unterstützt.

Der Weg vom H-1B Visum zur Greencard

  1. Einholen der Arbeitsbestätigung

Im Jahr 2005 stellte die US-Regierung eine neue Plattform vor, mit deren Hilfe die Beantragung einer beschäftigungsbasierten Greencard erleichtert wurde. Die Program Electronic Review Management  Plattform, abgekürzt PERM, untersteht dem Arbeitsministerium. Der Vorgang wird online ausgeführt, sodass Bewerber nicht nur Papier, sondern ebenfalls viel Zeit einsparen.

Der Arbeitgeber, der den Bewerbungsprozess unterstützt, muss sich zunächst bei PERM registrieren, da die Bestätigung im weiteren Verlauf des Prozesses wichtig ist. Dafür muss das Unternehmen folgende Schritte einleiten:

  • Registrierung beim Arbeitsministerium
  • Genehmigung des Gehaltsvorschlags
  • Durchführen des Bewerbungsverfahrens
  • Beantragung des Dokumentes ETA 9089
  • Erhalt der PERM Bestätigung

Registrierung beim Arbeitsministerium

Jeder Arbeitgeber, der gerne einen Greencard Bewerber unterstützen möchte, muss sich zunächst beim Arbeitsministerium registrieren. Das funktioniert online. Dort erhält das Unternehmen einen Benutzernamen, ein Passwort und eine PIN. Im Internet gibt es eine detaillierte Beschreibung darüber, wie die Anmeldung abläuft.

Genehmigung des Gehaltsvorschlags

Vom Arbeitgeber wird grundsätzlich verlangt, dass er dem ausländischen Arbeitnehmer den branchenüblichen Lohn zahlt. Damit die Regierung sichergehen kann, dass Einwanderer nicht ausgebeutet und schlechter bezahlt werden, muss das Unternehmen eine Bestätigung darüber einholen, dass es angemessene Gehälter zahlt. Die Bestätigung gibt es beispielsweise von Arbeitsämtern.

Erhält das Unternehmen das Schreiben, kann es dieses an das Arbeitsministerium weiterleiten. Die Genehmigung muss zum Zeitpunkt der Weiterleitung gültig sein.

Durchführen des Bewerbungsverfahrens

Ist die Höhe des Gehalts offiziell als ausreichend bestätigt worden, muss das Unternehmen in einem zweiten Schritt nachweisen, dass es für die Vakanz keine geeigneten amerikanischen Bewerber gibt. Aus diesem Grund möchte das Unternehmen einen ausländischen Kandidaten einstellen und unterstützt den Beantragungsprozess für eine Greencard für ihn oder sie.

Für den Nachweis, dass kein Bewerber aus den USA für die Position infrage kommt, muss der Arbeitgeber Folgendes tun:

  • An drei aufeinanderfolgenden Tagen muss das Unternehmen eine Stellenausschreibung in zwei verschiedenen Zeitungen abdrucken. Einer dieser Veröffentlichungstage muss ein Sonntag sein. Die Zeitung, in der das Gesuch abgedruckt wird, muss im Umkreis des Unternehmens und der offenen Position veröffentlicht werden.
  • Alternativ kann eine der beiden Stellenausschreibungen in einer nationalen Zeitung gedruckt werden.
  • Zusätzlich kann die Suche nach einem amerikanischen Bewerber folgende Schritte umfassen:
    • Eine Stellenanzeige online veröffentlichen
    • An Universitäten werben
    • Auf Jobmessen werben
    • Radio- oder Fernsehgesuche schalten
  • In allen Stellenanzeigen müssen der Name der Position, eine detaillierte Beschreibung, die benötigten Qualifikationen sowie der Name des Unternehmens klar ersichtlich sein.

Ist dieser Bewerbungsprozess abgeschlossen, verfasst das Unternehmen einen Bericht über den Prozess, aus dem hervorgeht, dass in der Tat kein geeigneter Amerikaner gefunden wurde. In diesem Schreiben sollte der Arbeitgeber genau beschreiben, welche Bemühungen er unternommen hat, um einen Kandidaten zu finden. Warum Bewerber abgelehnt worden, muss das Unternehmen detailliert begründen. Wurden kürzlich andere Mitarbeiter entlassen, so sollte der Arbeitgeber ebenfalls in dem Schreiben erklären, dass diese nicht für die offene Position infrage kamen. Sind alle diese Bedingungen erfüllt, bleibt am Ende nur der ausländische Kandidat für die Position über und hat daher Chancen auf eine Greencard.

Alle Bemühungen können unter Umständen vom Arbeitsministerium streng überwacht werden. In jedem Fall sollte der Arbeitgeber alle relevanten Unterlagen mindestens fünf Jahre lang aufheben, damit er Nachfragen der Behörden beantworten kann.

Beantragung des Dokumentes ETA 9089

Der nächste Schritt ist die Beantragung des Dokumentes mit der Nummer 9089. Das kann online oder per Post erfolgen. In diesem Dokument erklärt das Unternehmen, dass es alle Bedingungen erfüllt und die Vakanz für den ausländischen Bewerber geeignet ist.

Erhalt der PERM Bestätigung

Sind bei den zuständigen Behörden alle relevanten Dokumente eingegangen, prüfen die Mitarbeiter diese und können daraufhin die Bestätigung verweigern oder genehmigen. In einigen Fällen fordern sie vor der endgültigen Entscheidung weitere Dokumente an. Bis zum Erhalt der PERM Bestätigung vergehen in der Regel 45 bis 60 Tage.

  1. Beantragung des Dokumentes I-140

Der nächste Schritt im Verfahren von H-1B zur Greencard ist das Einreichen des I-140 Schreibens. Nachdem PERM bereits bestätigt hat, dass das vorgeschlagene Gehalt der Branche entspricht, wird hiermit bewiesen, dass dieses Gehalt tatsächlich beim Arbeitnehmer ankommt. Zudem bestätigt der Bewerber, dass er für die Position geeignet ist.

Beim ersten Ausfüllen dieses Dokumentes erhält der Kandidat eine Visanummer, zusammen mit einem Datum. Dieses Datum gibt an, wann die Behörde den Vorgang bearbeitet. Ist dieses Datum in nicht allzu weiter Zukunft, kann der Bewerber direkt ein weiteres Formular ausfüllen, nämlich I-485.

  1. Ausfüllen vom Dokument I-485

Der letzte Schritt zur Greencard hat mit dem Formular I-485 zu tun. Der Bewerber erklärt damit die Veränderung seines Aufenthaltsstatus von temporär zu unbefristet.

Die Einwanderungsbehörde prüft das eingereichte Dokument auf seine Vollständigkeit und Richtigkeit und bestätigt gegebenenfalls die permanente Einwanderung des Bewerbers. Es gibt zwei Wege, als Kandidat seinen Status zu ändern:

Falls sich der Kandidat zum Zeitpunkt des Antrags in den Vereinigten Staaten befindet, kann er I-485 ausfüllen und muss darüber hinaus nichts tun. Einzige Voraussetzung ist, dass in diesem Moment das H-1B Visum noch gültig ist. Sollte dies nicht der Fall sein, muss der Kandidat nach Hause zurückkehren und sich von dort aus um eine Greencard bemühen. Es gibt jedoch einige Ausnahmen, zum Beispiel wenn dem Arbeitnehmer ein gültiges I-140 vorliegt. In diesem Fall kann er unter Umständen unbefristet in den USA bleiben, bis der Bewerbungsprozess beendet ist.

Befindet sich der Kandidat außerhalb der USA, so erfolgt die Beantragung aller Dokumente über die örtliche US-Botschaft. In diesem Fall verläuft der Bewerbungsprozess folgendermaßen:

  • Bestätigt die Einwanderungsbehörde den Antrag des Arbeitgebers, so schickt sie diese Bestätigung zum Visa-Zentrum.
  • Das Visa-Zentrum vergibt eine Bearbeitungsnummer, die sie dem Arbeitgeber und –nehmer sendet.
  • Nähert sich das angegebene Datum, muss der Antragsteller die Gebühren bezahlen.
  • Das Visa-Zentrum sendet daraufhin Formular I-864, das der Kandidat ausfüllen muss. Die Kosten liegen bei ungefähr 700 $.
  • Anschließend füllt der Bewerber Dokument DS-3032 aus, es sei denn, er hat ein gültiges H-1B Visum und beantragt den Prozess online. In diesem Fall muss er Dokument DS-261 ausfüllen und dem Visa-Zentrum senden.
  • Von der Behörde erhält der Bewerber daraufhin ein Informationspaket und das Formular IV. Für dieses liegen die Kosten bei rund 400 $.
  • Sind alle Dokumente ausgefüllt, findet ein Interview mit dem Bewerber statt. Begleitende Familienangehörige nehmen ebenfalls an dem Gespräch teil. Sie sollten zuvor alle medizinischen Tests erledigen.

Unabhängig davon, ob die Beantragung innerhalb der USA erfolgt oder von außerhalb, wird die Einwanderungsbehörde eine Entscheidung fällen und den Kandidaten darüber informieren. Bei bewilligtem Antrag erhält der Antragsteller zunächst einen Stempel für seinen Reisepass. Die eigentliche Greencard gibt es später. Nun haben Sie erfolgreich vom H-1B Visum zu einer Greencard gewechselt und sind permanenter Einwohner der USA.

Kategorien der beschäftigungsbasierten Greencard

Jährlich gibt es etwa 140.000 beschäftigungsbasierte Greencards. Jedes Land erhält davon

7 % (9.800 Menschen), unabhängig davon, wie groß das Land ist oder wie viele Kandidaten sich aus diesem Land bewerben. Es gibt fünf Gruppen von Bewerbern, die von einem H-1B Visum zu einer Greencard wechseln können. Jede dieser Gruppen erhält denselben Anteil der 140.000 Greencards. Die Kategorien sind die folgenden:

E-B1 oder spezielle, bevorzugte Arbeitnehmer

Für die erste Kategorie sind nur wenige Bewerber qualifiziert genug. Die Bearbeitungszeit ist in der Regel kurz. E-B1 können folgende Personen beantragen:

  • Ausgezeichnete Wissenschaftler oder Professoren
  • Manager und Führungskräfte
  • Personen mit besonderen Geschicken in Wirtschaft, Kunst, Wissenschaft, Bildung oder Sport

Für jedes Land gibt es 2.802 E-B1 Plätze, zusätzlich zu den Plätzen der anderen Kategorien.

E-B2 oder Arbeitnehmer mit hohem Bildungsgrad oder ausgezeichneten Fähigkeiten

Jährlich vergibt die US-Regierung 2.802 Visa dieser Kategorie, plus die Plätze des E-B1 Visums, die nicht vergeben wurden. E-B2 schließt folgende Bewerber ein:

  • Personen mit besonderem Geschick in Kunst, Wirtschaft oder Wissenschaft
  • Bewerber mit höherem Bildungsabschluss (Master oder Doktor)
  • Mediziner, die in Bereichen tätig sind in denen es in der USA an Fachkräften mangelt

E-B3 oder professionelle Arbeitnehmer

Für diese Kategorie sind ebenfalls 2.802 Plätze und zusätzlich die nicht benutzten Plätze des E-B2 Visums vorgesehen. Für eine E-B3 Greencard qualifizieren sich die folgenden Bewerber:

  • Personen mit einem Bachelor Abschluss
  • Arbeitnehmer mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung oder Ausbildung
  • Ungelernte Arbeitnehmer

E-B4 oder spezielle Einwanderer

Jährlich sind 695 Visa dieser Kategorie für E-B4 Anträge vorbehalten. Bewerben können sich:

  • Personen, die zurzeit oder vormals für die US-Regierung gearbeitet haben
  • Geistliche
  • Dolmetscher und Übersetzer, die für das US-Militär tätig sind

E-B5 oder Investoren

Maximal 3.000 Visa dieser Kategorie vergibt die Einwanderungsbehörde jedes Jahr. Qualifiziert sind Investoren, die mindestens zehn Vollzeitstellen in den USA schaffen und zwischen 500.000 $ und 1.000.000 $ in die amerikanische Wirtschaft investieren.

Gebühren für die Greencard

Eine beschäftigungsbasierte Greencard ist ein teures Unterfangen. Sowohl Arbeitnehmer als auch Unternehmen müssen einige Kosten tragen. Dazu zählen:

  • Anwaltskosten – Ein Unternehmen zahlt zwischen 2.000 $ und 5.000 $ Anwaltskosten für die Beantragung der PERM Bestätigung. Die Dokumente I-140 und I-485 kosten weitere tausende Dollar, bezahlt werden sie von Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, je nach Absprache.
  • Werbekosten – je nach Art der Stellenausschreibung muss das Unternehmen mehr oder weniger Werbekosten zahlen. Zwischen hundert und tausende Dollar kann das kosten. Die zahlt der Arbeitgeber.
  • Bewerbungskosten – Dokument I-140 kostet 580 $, für I-485 veranschlagt die Behörde 1,070 $ pro Bewerber. Die Kosten kann entweder das Unternehmen oder der Kandidat selbst tragen.

Insgesamt kann eine Greencard Beantragung schnell bis zu 10.000 $ kosten. Ist der Bewerbungsprozess jedoch erfolgreich abgeschlossen, kann der Bewerber unbefristet und legal in den USA wohnen und arbeiten.