Die Vereinigten Staaten von Amerika ziehen nichtnur viele Touristen an, sondern sind ebenfalls ein beliebtes Land für Einwanderer, die dort leben und arbeiten. Hohe Gehälter und gute Arbeitsbedingungen machen die USA weltweit attraktiv.

Es gibt zwei Wege, auf denen Interessierte zum Arbeiten nach Amerika gelangen können:

  • als befristeter Mitarbeiter einer Firma
  • als geförderter oder festangestellter Mitarbeiter

Wer nur vorübergehend arbeitet und keine Festanstellung hat, der benötigt zur Einreise ein Nicht-Immigrantenvisum. Geförderte, langfristig angestellte Mitarbeiter hingegen brauchen ein Immigrantenvisum. Wie befristete Arbeitnehmer ein Visum für die USA erhalten und alles Wissenswerte zum Thema lesen Sie in diesem Artikel.

  • Was ist ein amerikanisches Arbeitsvisum?
  • Welche Arten von Visa gibt es?
  • Welche Qualifikationen benötigen Antragsteller für ein Arbeitsvisum?
  • Was sind generelle Bedingungen für den Erhalt eines USA-Visums?
  • Wie läuft der Bewerbungsprozess für ein Arbeitsvisum ab?
  • Welche Rechte und Pflichten haben Sie?

Was ist ein amerikanisches Arbeitsvisum?

Das Arbeitsvisum bekommen in den USA die Arbeitnehmer, die nur vorübergehend in den Staaten leben und arbeiten. Der befristete Zeitraum, den sie in Amerika verbringen dürfen, wird im Visum festgelegt. Er basiert auf den Angaben des Arbeitsvertrages. Mit diesem Visum ist es Personen nicht gestattet, sich länger in den USA aufzuhalten als angegeben. Antragsteller müssen eine Reihe von Bedingungen erfüllen und alle relevanten Dokumente einreichen, um ein Arbeitsvisum erhalten zu können. Welche Bedingungen das sind und welche Dokumente von Bedeutung sind, wird im Verlauf dieses Artikels erklärt.

Arten von Arbeitsvisa

Je nach Arbeit und Anstellung gibt es unterschiedliche Arbeitsvisa, die beantragt und ausgestellt werden können. Für kurzfristige Arbeitsverhältnisse gibt es die folgenden Visa:

  • H Visa für befristete Arbeitnehmer und ihre Familien
    • H-1B
    • H-1B1
    • H-1C
    • H-2A
    • H-2B
    • H-3
    • H-4
  • L Visa für Arbeitnehmer, die innerhalb eines Unternehmens in die USA gesandt werden
    • L-1
    • L-2
  • O Visa für Personen mit höherem Bildungs-abschluss
    • O-1
    • O-2
    • O-3
  • P Visa für Leistungs-sportler, Entertainer oder Künstler
    • P-1
    • P-2
    • P-3
    • P-4
  • Q Visa für Teilnehmer kultureller Austausch-programme
    • Q-1
    • Q-2
    • Q-3

Detailliertere Beschreibungen der Visa und ihrer Bedingungen liefert der Artikel über amerikanische Nicht-Immigrantenvisa.

Qualifikationen für ein Arbeitsvisum

Wer ein Arbeitsvisum für die USA beantragen möchte, muss im Vorfelddrei Bedingungen erfüllen. Für einen erfolgreichen Visumsantrag mussjeder Antragsteller unbedingt alle dieser Bedingungen erfüllen. Ist auch nur eine nicht erfüllt, so kann die Botschaft den Antrag ohne weitere Gründe ablehnen. In diesem Fall können Sie keine Einreise in die USA vornehmen, um dort zu arbeiten. Dies sind die drei erwähnten Bedingungen:

Vorliegen eines Jobangebots in den USA

Zunächst müssen Interessierte sich auf eine Stelle in den USA bewerben. Das Unternehmen muss Sie für diese Position annehmen. Zur Beantragung eines Arbeitsvisums fordert die Behörde nämlich einige Dokumente von Ihrem Arbeitgeber an. Wer kein Jobangebot aus den USA hat, kann diese Dokumente demnach nicht vorlegen und bekommt kein Arbeitsvisum.

Bestätigung des Antrags der US-Einwanderungsbehörde

Vor der Beantragung des eigentlichen Visums muss der zukünftige Arbeitgeber einen Antrag bei der Einwanderungsbehörde stellen. Dieser Antrag, um einen Nicht-Immigranten einstellen zu dürfen, ist das wichtigste Dokument auf dem Weg zum Arbeitsvisum. Wird das Dokument I-129 bestätigt, kann der Einreisende das Visum beantragen. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die Behörde das Arbeitsvisum bewillig. Die Einwanderungsbehörde kann ein Visum trotzdem ablehnen, ohne dass sie dafür Gründe offenlegen müsste.

Bestätigung einer Arbeitszulassung vom Arbeitsministerium

Einige der Arbeitsvisa, gekennzeichnet durch die Kennung H-1B, H-1B1, H-2A, und H-2B, erfordern eine Bestätigung des Arbeitsministeriums. Darin wird erklärt, dass für den Arbeitgeber in den USA die Einstellung eines ausländischen Arbeitnehmers wirklich nötig ist und kein amerikanischer Bürger stattdessen eingestellt werden könnte. Um diese Bestätigung kümmert sich das Unternehmen selbst. Es soll damit verhindert werden, dass befristete Arbeitskräfte aus dem Ausland den Arbeitsmarkt vor Ort negativ beeinflussen.

Sonstige benötigte Dokumente

Wer die drei zuvor beschriebenen Bedingungen erfüllt, kann sich nun Gedanken darum machen, welche zusätzlichen Dokumente er zur Beantragung eines Arbeitsvisums zusammenstellen muss. In der Regel handelt es sich dabei um die folgenden:

  • Ein gültiger Reisepass muss vorliegen, der mindestens für die Dauer des Aufenthaltes und darüber hinausweitere sechs Monate lang gültig sein muss.
  • Jeder Antragsteller benötigt ein aktuelles Lichtbild, das erbei der Beantragung hochlädt. Welche Vorgaben die Behörde an das Bild stellt und wie es hochgeladen wird, das wird online ausführlich beschrieben.
  • Die Bestätigungsnummer des Dokumentes I-129, das der Arbeitgeber bei der Einwanderungsbehörde eingereicht hat, mussder Antragsteller als Nachweis fürdie Bewilligungim Internet eintragen.
  • Anschließend legen Antragsteller dieZahlungsbestätigung der anfallenden Gebührenvor. Der Preis für ein Arbeitsvisum in den USA liegt derzeit bei 190 US-Dollar. Je nach Herkunftsland des Antragstellers kann die Behörde zusätzliche Kosten verlangen. Im Zweifelsfall erhalten Interessierte bei der Botschaft darüber Auskunft.
  • Zu guter letzt legen Sie einenNachweis darüber vor, dass Sie nach Ablauf der Arbeitszeit in Amerika wieder in Ihr Heimatland zurückkehren werden. Diesen Beweis muss jeder Antragsteller bei allen Visaanträgen vorlegen, außer beim H-1B Visa und beim L Visa. Eine Rückkehr könnten Arbeitnehmer zum Beispiel folgendermaßen nachweisen:
    • Nachweis über die finanzielle Situation des Antragstellers
    • Ein Nachweis über den Familienstand, beispielsweise überKinder oder Ehepartner, die sich noch im Heimatland befinden
    • Nachweis über Langzeitpläne, die in die Zukunft reichen
    • Nachweis über den Besitz von Wohneigentum
  • Wer sich um ein L Visum bemüht, der sollte zudem das Dokument mit der Bezeichnung I-129S ausfüllen. Es bestätigt den Transfer des Arbeitnehmers innerhalb eines Unternehmens. Wer zum Visainterview geht, muss diese Dokument mitbringen.

Abgesehen von den hier aufgeführten Dokumenten gibt es möglicherweise noch weitere Vorgaben, die alle bei der Beantragung eines Arbeitsvisums berücksichtigen müssen. Diese können von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Nähere Informationen dazu gibt es bei der nächstgelegenen US-Botschaft.

Ablauf der Beantragung

Wurden alle drei Qualifikationen erfüllt und die notwendigen Dokumente liegen vor, so kann die Beantragung beginnen. Die folgenden Schritte müssen Antragsteller dazu durchlaufen:

Ausfüllen des Antrages (Dokument DS-160) online und drucken der Bestätigung. Alle hier eingetragenen Informationen müssen zwingend fehlerfrei sein. Sollte ein Eintrag falsch sein, kann die Behörde den Visumsantrag ablehnen. Das Dokument liegt in verschiedenen Sprachen vor,um das Ausfüllen zu erleichtern. Die eingetragenen Antworten muss der Ausfüllende allerdings auf Englisch verfassen.

Terminvereinbarung für ein Interview. Da sich jedes Jahr eine große Anzahl an Interessenten bei der US-Einwanderungsbehörde um ein Arbeitsvisum bemühen, sollten sich Antragsteller frühzeitig um einen Gesprächstermin kümmern. Sobald alle Voraussetzungen erfüllt sind, können Sie einen solchen Termin vereinbaren. Wer jünger ist als 13 Jahre oder älter als 80 Jahre, muss in der Regel kein Interview führen. Für Antragsteller zwischen 14 und 79 Jahren ist ein Gespräch allerdings Pflicht, außer es handelt sich lediglich um einen Antrag zur Verlängerung eines bereits bewilligten Visums.

Wahrnehmen des Interviewtermins. Die Entscheidung der Behörde, ob der Visumsantrag bewilligt wird oder nicht basiert auf den eingereichten Dokumenten und dem persönlichen Gespräch. Es ist daher äußerst wichtig, dass der Antragsteller zum Termin erscheint. Alle wichtigen Dokumente sollte er mitbringen. Außerdem empfiehltsich ein guter erster Eindruck. Achten Sie daher zum Beispiel auf ordentliche Kleidung. Alle Fragen im Verlauf des Interviews müssen Gesprächsteilnehmer wahrheitsgemäß und ausführlich beantworten. Die Interviewer sind darin ausgebildet, falsche Informationen zu erkennen. In diesem Fall werden sie den Visumsantrag ablehnen.

Durchlaufen der restlichen Schritte. Je nachdem, wo das Interview geführt wird, muss der Antragsteller vor, während oder nach dem Gespräch seine Fingerabdrücke abgeben. Zusätzlich fallen unter Umständen weitere Gebühren an, die er vor Ort bezahlen muss. Nach der Bearbeitung des Visumsantrags beispielsweise kann die Behörde eine Ausstellungsgebühr erheben. Der Betrag ist abhängig vom Herkunftsland des Antragstellers.

Rechte und Pflichten

Die amerikanische Regierung gewährt befristeten Arbeitnehmern einige Rechte vor Ort. So schützt der Staat die temporären Einwohner vor Ausbeutung und Gesetzesüberschreitungen. Wer ein Problem hat und dies meldet, läuft in keinem Fall Gefahr, dass die Behörde sein Visum einzieht oder frühzeitig beendet. Die Regierung hat nicht das Recht jemanden mit einem gültigen Visum auszuweisen, weil dieser einen Gesetzesbruch meldet.

Es wird allen Antragstellern eines Arbeitsvisums empfohlen, sich rechtzeitig über ihre Rechte und Pflichten zu informieren, am besten bereits vor dem Interviewtermin. Einen Ausdruck der Dokumente sollten Reisende mit in die USA bringen, um im Falle eines Falles etwas darin nachlesen zu können.

Mit bewilligtem Visum und erfolgreicher Einreise besteht immer die Möglichkeit, dass Arbeitnehmer das Visum verlängern. Ist das Visum jedoch abgelaufen, müssen sie zwingend das Land verlassen. Wer länger in den Vereinigten Staaten bleibt, als sein Arbeitsvisum zulässt, kann bei einer erneuten Beantragung eines amerikanischen Visums zukünftig Probleme bekommen.

Erfolgreiche Antragsteller eines Arbeitsvisums können, wenn gewünscht, Visa derselben Kategorie für ihre Ehepartner und Kinder beantragen.

  • Bei einem H Visum werden Anträge für H-4 Visa gestellt.
  • Bei einem L Visum beantragen Familienangehörige ein L-2 Visum.
  • Wer ein O Visum hat, dessen Familie bewirbt sich um ein O-3 Visum.
  • Bei einem P Visum werden P-4 Visa beantragt.
  • Wer mit einem Q Visum einreist, kann seinen Ehepartner und die Kinder über ein Q-3 Visum nachholen.

Was ist ein Antrag auf Arbeitsbedingungen?

Ein Antrag auf Arbeitsbedingungen (LCA) oder eine Zertifizierung wird vom US-Arbeitsministerium ausgestellt. Die Ökobilanz gibt Mitarbeitern, die nicht Staatsbürger der Vereinigten Staaten von Amerika sind, das Recht, ein Visum zu beantragen.

Die Ökobilanz erklärt, dass das Unternehmen einen ausländischen Arbeitnehmer einstellen muss, weil ein US-amerikanischer Arbeitnehmer nicht verfügbar, qualifiziert oder bereit war, in dieser Position zu arbeiten. Es heißt auch, dass das Gehalt eines ausländischen Arbeitnehmers dem eines US-Arbeitnehmers gleichwertig sein wird und dass der ausländische Arbeitnehmer keiner Diskriminierung oder einem schlechten Arbeitsumfeld ausgesetzt sein wird.

Was ist eine Beschäftigungspetition?

Ein US-amerikanisches Unternehmen, das einen ausländischen Arbeitnehmer für ein Arbeitsvisum sponsern möchte, reicht einen Arbeitsantrag ein. Die Petition wird der USCIS zur Bearbeitung vorgelegt und enthält Angaben zur Arbeitsstelle, zum Gehalt und zur Qualifikation des ausländischen Arbeitnehmers.

Wenn ein US-Arbeitgeber einen Arbeitsantrag einreicht, muss er auch die Gebühren für die Bearbeitung und Förderung des Arbeitnehmers entrichten. Sie müssen auch Belege beifügen, die belegen, dass sich das Unternehmen die Einstellung eines ausländischen Arbeitnehmers leisten kann, dass sie alle Steuern gezahlt haben und einen Antrag auf Arbeitsbescheinigung (LCA) vom Arbeitsministerium erhalten haben.

Was ist eine Arbeitserlaubnis?

Diejenigen, die ein Nichteinwanderungsvisum für die Vereinigten Staaten haben, können ohne Arbeitserlaubnis nicht arbeiten. Die Arbeitserlaubnis der Vereinigten Staaten wird als Arbeitserlaubnisdokument (Employment Authorization Document, EAD) bezeichnet und kann unmittelbar nach der Genehmigung Ihres Visums eingeholt werden.

Mit dem EAD können Sie legal in jedem US-Unternehmen arbeiten, solange Ihr Visum gültig ist. Ihr Ehepartner kann auch eine EAD erhalten, wenn er sich qualifiziert. Sobald Sie das Visum verlängern oder verlängern, müssen Sie auch eine Verlängerung Ihres EAD beantragen. Informationen zur Bewerbung finden Sie im EAD-Artikel.